Wie die falsche Arbeitsstelle auf die Knochen gehen kann

Veröffentlicht von Verena Hauser am

Unzufriedenes Lego Männchen am Arbeitsplatz

Volksleiden Rückenschmerz

Sorry, habe Rücken, lässt uns die Süddeutsche Zeitung wissen. Diese oder eine ähnliche Aussage hat jeder von uns schon einmal zu hören bekommen. Beinahe jeder dritte Erwachsene leide unter Rückenschmerzen, berichtet sie. Dabei beruft sie sich auf eine Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Auch vor Jungen ArbeitnehmerInnen mache das Leiden keinen Halt. Jeder fünfte Azubi sei betroffen.

Die psychische Komponente der Belastung

Hauptgründe der Rückenprobleme seien für das Gros der ArbeitnehmerInnen das viele Sitzen und zu wenig Bewegung. Jedoch auch psychische Belastungsfaktoren können einen Einfluss haben, wie zum Beispiel die falsche Arbeitsstelle. „Rückenbeschwerden haben fast immer auch eine psychische Komponente“, erklärt Natalie Lotzmann, Ärztin und Verantwortliche für das globale Gesundheitsmanagement bei SAP in dem Artikel. Psychische Anspannung durch Stress und Unzufriedenheit äußern sich in Muskelanspannung: „Eine gestörte Beziehung zum Arbeitsplatz ist sofort ein Belastungsfaktor“.

Betriebliches Gesundheitsmanagement als Mittel der Wahl für Arbeitgeber

Unternehmen sind sich dieser Problematik bewusst. Sie investieren wie SAP in Betriebliches Gesundheitsmanagement. Hinter diesem Begriff stehen beispielsweise Fitnessräume, Präventions-Kurse, Spazierwege auf dem Firmengrund oder höhenverstellbare Tische. Seit 2008 werden solcherlei Maßnahmen durch die Krankenkassen bezuschusst. 147 Mio. € investierten sie in 2016. Diese Unterstützungszahlungen sind jedoch noch nicht in der Breite der Arbeitnehmerschaft angekommen. Nur 4% der ArbeitnehmerInnen profitierten von betrieblicher Gesundheitsförderung.

Prävention heißt, von Anfang an nicht die falsche Arbeitsstelle zu wählen, sondern die richtige

Doch was heißt das für Arbeitnehmer? Es kann nicht nur psychisch sondern auch physisch zum Wohlbefinden beitragen, nicht die falsche Arbeitsstelle zu wählen, sonder die richtige. Sich in seinem Arbeitsumfeld und mit den Grundprinzipien seines Arbeitgebers wohlzufühlen, trägt zur Entspannung bei. Diese psychische Entspannung fördert dann auch die Entspannung der Rückenmuskulatur.

Dafür gilt es, sich mit interessanten Stellen intensiv auseinanderzusetzen, bevor man sich bewirbt. Man sollte sich bewusst machen, was man sich von der neuen Stelle erhofft. Welchen typischen Arbeitsalltag stelle ich mir vor? Was für einen Arbeitsplatz brauche ich, um produktiv arbeiten zu können? Seine Gedanken dazu sollte man dann auch offen teilen, wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt. Nur so wird der Austausch für beide Seiten aussagekräftig.

Denn was eine richtige oder falsche Arbeitsstelle ausmacht, ist höchst individuell. Daher kann dann auch jeder für sich bewerten, wie er die Maßnahmen einordnet, die sein Arbeitgeber der Wahl beim Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement bietet.

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