Krise als Chance: Die Macht der Gewohnheit jetzt positiv nutzen

Veröffentlicht von Verena Hauser am

Macht der Gewohnheit

Aktive Entscheidungen fordern mentale Ressourcen

Steve Jobs mochte schwarze Rollkragenpullis. Barack Obama und Angela Merkel schlüpfen immer in den gleichen Anzug-Typ. Warum bevorzugen erfolgreiche Menschen immer wieder eine persönliche modische Uniform?

Weil jede Entscheidung mentale Ressourcen fordert. Und diese wolle er auf die wichtigen Dinge verwenden, schilderte Barack Obama es einmal in einem Interview. Die Forschung stützt ihn in diesem Punkt: Sich jedes Mal aktiv für etwas zu entscheiden, ist viel zu anstrengend, ist sich auch Wendy Wood sicher. Sie ist Psychologie-Professorin an der University of Southern California und forscht vor allem an den Effekten von Gewohnheiten auf das Verhalten.

Gewohnheiten sind wiederkehrende Verhaltensweisen, die immer am gleichen Ort, zur gleichen Zeit, oder auf dieselbe Weise durchgeführt werden, wie zum Beispiel das Kaffee kochen am Morgen. Sie werden nicht aktiv hinterfragt oder verändert. Auf diese Weise bleiben sie stabil.

Ein veränderter Alltag, eine Krise als Chance für neue Gewohnheiten

Die gute Nachricht ist, Zeiten des Umbruchs sind die beste Gelegenheit, neue Gewohnheiten zu entwickeln. Veränderte Lebensumstände machen es leichter, neue Gewohnheiten aufzubauen. Die Krise als Chance. Wir haben uns im Team umgehört und gefragt: Welche positiven neuen Gewohnheiten habt ihr euch in diesem Corona-Jahr aufgebaut?

Zurzeit laufe ich immer ins Büro, anstatt mit dem Fahrrad zu fahren. So bin ich länger an der frischen Luft. So ein kalter Novembermorgen erfrischt die Gedanken.

Marina, Gründerin

Ich nutze die sozialen Einschränkungen als Chance, um alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen. Es ist egal, ob meine FreundInnen in derselben Stadt oder hunderte Kilometer entfernt leben, wenn ich sie ohnehin nur virtuell treffen darf. Aus dem Gewohnten ausbrechen zu müssen hat mir tolle Gespräche beschert.

Heinrich, Gründer

Ich nutze diese Phase, um mich mit neuem Schwung alten Zielen zu widmen wie zum Beispiel, zwei Liter am Tag zu trinken. Jeden Morgen trinke ich zum Start eine Kanne Tee. Es gibt mir das Gefühl, mir etwas Gutes zu tun und macht mich widerstandsfähiger, psychisch wie physisch.

Carisma, Bachelorandin

Ich weiß momentan unsere ‚Weekly reflect & learn‘ Calls noch mehr zu schätzen. Einmal wöchentlich telefonieren wir uns im GründerInnenkreis zusammen, um darüber zu sprechen, wie wir die Woche rückblickend bewerten und was jeder gelernt hat. Das läuft sehr subjektiv und informell ab. Es wird viel gelacht und auch mal offen geschimpft. Ich genieße diesen bewussten Ausbruch aus der Rolle.“

Verena, Gründerin

Neue Gewohnheiten brauchen zu Beginn vor allem viel Konkretes

Doch wie geht das, neue Gewohnheiten schaffen? Um positive Gewohnheiten aufzubauen, ist es wichtig, sich folgende Eckpfeiler zu setzen:

  • Fester Ort – z.B. immer auf dem Weg zur Arbeit
  • Feste Tageszeit – z.B. immer, wenn ich morgens meinen PC hochfahre
  • Feste Tage – z.B. immer freitags
  • Feste Dauer – z.B. immer eine halbe Stunde

Diese Eckpfeiler sollten fest verankert sein, z.B. durch einen festen Termin im Terminkalender. Am Anfang ist ohnehin jede Hilfestellung recht. Wendy Wood gewöhnte sich zum Beispiel das morgendliche Joggen an, indem sie die erste Zeit in ihren Laufklamotten geschlafen hat. So musste sie morgens nur noch loslaufen.

Kategorien: Selbstführung